UTA One – nur noch eine Mautbox für Wohnmobile über 3,5 T in den meisten Ländern Europas (leider nur für Gewerbetreibende)

Beim Kauf des Hymer ML-T 580 4×4 war klar, mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wird das nichts. War beim Kastenwagen (Grand Canyon S mit Allrad) immer schon Oberkante/Unterlippe, also unter 3500 kg zu bleiben (was aber möglich war). Einerseits will ich die mega Heckgarage nicht nur zur Show umher fahren, sondern auch nutzen. Andererseits ist der ML-T von Hause aus fett – also schwer. Allrad, Automatikgetriebe, 7 Meter Aufbaulänge hauen einfach rein.

Also konsequent auf 4,1 t setzen!

Und zwar mit allen Nachteilen.
Also 100 km/h auf deutschen Autobahnen, Überholverbot für LKW, hin und wieder einen Umweg oder Gebiete die für über 3,5 t ganz gesperrt sind. Dazu kommt noch der jährliche TÜV, nach dem sechsten Jahr und das der Führerschein der Klasse B nicht mehr reicht.
Und eben fettere Mautkosten. Hier wird das alles noch mal schön zusammen gefasst.
Das alles für die attraktive Zuladung bis zum Gesamtgewicht von 4,1 Tonnen.

Apropos Mautkosten …

In Summe gehöre ich wohl nicht zur Sorte Menschen, die im Nachgang über Kosten stöhnt. Ganz einfach, weil es eben vorher klar war.
Einerseits wusste ich natürlich, was hier zusätzlich auf mich zu kommt, andererseits könnte man diese Kosten ja immer noch „umfahren“. Hier und da mach ich das mal, aber dann wirklich, um einfach die Landschaft zu sehen. Ansonsten „Feuer“ und die effizienteste Strecke. Genau, jetzt mit „dickerer“ Maut. Dafür mit Zuladung. Vor allem aber ohne der ständigen Angst überladen zu sein.

Präampel

Wie hier für Österreich und hier für die Tschechei schon geschrieben, geht das ehrlich gesagt auf KEINE Kuhhaut. Echt jetzt! Nein, Schwarzmaler will ich auch hier nicht sein. Aber in Sachen einheitliches Mautsystem hat EUROPA, für mich, echt versagt. Hier kocht jedes Land sein eignes Süppchen. Wenn ich’s jetzt mit der Ehrlichkeit nicht so hätte, würd‘ ich glatt als Zech- oder eben Mautpreller durch fahren. Eben weil es schon ein ganz schönes Prozedere ist. Land für Land.
Lösung suchen, heißt der Plan.

UTA One ® heißt die/meine Lösung

Der Reihe nach!
Was ist die UTA?
Bei Wikipedia steht „Eigenschreibweise: UNION TANK Eckstein GmbH & Co. KG, kurz UTA“ – ok, auf Abkürzungen hat jeder seine eigene Sicht 😉
Auf jeden Fall macht die UTA für Trucker. Für Flotten aus LKW/Nutzkraftwagen. Ursprünglich ging es da wohl um die Vereinfachung der Unterwegsversorgung von Kraftstoff. Heute ist daraus ein mega Service gewachsen. Ein Service, der es den Jungs mit den fetten Trucks etwas leichter machen soll und sicher auch macht. Neben dem bargeldlosen Tanken geht es da auch um um Themen wie Reifenservice, Werkstätten (auch unterwegs), Abschlepp- und Verleihdienste. Exklusive Dienstleistungen für Nutzfahrzeuge und Transporter von Mercedes-Benz soll es ebenfalls geben. Da kommen wir mit unseren Sprintern ja genau richtig, dachte ich eben … 😉

Und sonst noch?

Maut! Die UTA bietet auch eine Abdeckung in Sachen Maut. Übernimmt quasi die zentrale Abrechnung mit den Betreibern der Mautstationen – also der Europäische Mautdienst (EETS).
Junge, genau mein Ding. Eine Abrechnungsstelle für Maut. Yähuuu!
😉
Ich konnte es kaum glauben, als mir meine Frau diese Sachen vorlas.
Sie hatte heimlich recherchiert, bestimmt weil sie wohl mein Fluchen in der Tschechei nervte … 😉
Weiter hatte sie auch gleich eine Mail an die UTA geschrieben.
Und jetzt kommt’s! Die UTA, also genauer ein Mitarbeiter, hat dann (direkt einen Tag später) zurück gerufen. Ich war platt! Service! Es gibt ihn noch! 😉
Nein René, kein Schwarzsehen … 😉

Jedenfalls wurde mir bestätigt, dass es EINE Box gibt, die in vielen Ländern EUROPA’s funktioniert. Hammer! Kein Anstehen an Tankstellen, keine Vorauszahlungen oder Pfandzahlungen mehr!
Yippi! Rein informativ – mit der Go-Box aus Österreich und der OBU (On-Board-Unit) für Tschechien fahre ich schon runde 400 EUR (Vorauskasse und Pfand) mit mir rum …

Aber …

Im Telefonat mit der UTA kam er, der Pferdefuss.

Wie jetzt?
Um die Annehmlichkeiten der UTA nutzen zu können, musst du a eine saubere Bonität und b einen Gewerbeschein haben. Punkt. Genauer gesagt, musst du ein Geschäftskonto haben – hier wird dann, nach einer Bonitätsprüfung, ein maximal verfügbarer Rahmen festgelegt.
Da ich den ML-T ja beruflich nutze, waren genannte Dinge nur abzuarbeiten.

Weiter gehts, Bestellung der UTA One ®?

Nach oben aufgeführten Formalitäten, also genauer gesagt der UTA-Aufnahmeantrag und die Einwilligung am SEPA-Einzugsverfahren, musste ich nur noch meine Fahrzeugpapiere mailen (für den Nachweis der Euro-Abgas-Klasse) die UTA One ® bestellen. Jetzt, nach Login, über mein eigenes UTA-Konto.

Keine drei Tage später war sie in der Post.
Wermutstropfen … Wieder so ein, ausgesprochen häßlicher, Trümmer. Da achtet man peinlich genau darauf, dass der ML-T immer schnieke daher kommt (wohl so ein Fotografen-Spinner-Ding), um ihn dann mit der grünen Plakette, der Gasplakette und eben der Mautbox optisch zu entwerten. Ok, dass ist meine schwache Lötstelle. Hab das Ding dann fest eingebaut, direkt über dem MBUX mit freier Sicht gen Himmel. Versehen mit einer Klett-/Winkelschiene, um die Box jederzeit entnehmen zu können. Ansonsten ruht da mein Basecap drauf – so siehts im Cockpit nicht ganz so jämmerlich aus. Gott, ich sollte das mal, aus therapeutischer Sicht, angehen … 😉

Und wie funktioniert sie denn – die Mautbox?

In Deutschland, Gott sei Dank, gar nicht.
Das wird durch die rote LED, welche durch die unteren zwei Schlitze der Box scheint, signalisiert. Ganz schön hell Freunde – ok, dass Basecap hilft auch hier.
Im Display steht (auf Englisch) 2 Achsen, bis 7,5 t und mein Kennzeichen.
Ganz gespannt war ich dann auf den ersten Trip – quer durch Frankreich.

Meine erste Erfahrung mit der Mautbox in Frankreich …

Wer liebt sie nicht?
Die Mautstationen der Franzosen. Nicht nur, dass die Brieftasche hier federleicht wird, hinzu kommen entsprechende Wartezeiten an den Zahlboxen. Ganz mulmig fuhr ich den Trucks hinterher. Bei denen öffnete sich die Schranke wie bei „Sesam öffne dich …“
YES! Auch bei mir öffnete sich die Schranke. Den Vorgang bestätigte die UTA-Box mit einem Piep’s.
Das die Box für das jeweilige, befahrene Land ready ist, bestätigt sie mit der grünen, statt roten LED, unten durch das Gehäuse scheinen. Also unmittelbar nach der Grenzlinie. So weiß man immer schon, beim Befahren des Landes, Bescheid.

Weitere Länder folgen in Kürze – bleibt dabei (wenn ihr den Beitrag kommentiert, einfach ein Kreuz bei „Folgen des Beitrages“)!

Welche Länder deckt UTA One ® ab?

Aktuell werden die folgenden Länder abgedeckt.

  • Belgien / Viapass und Liefkenshoektunnel
  • Deutschland (für LKW)
  • Frankreich /TIS-PL
  • Italien / Telepass
  • Portugal / Via Verde
  • Österreich / GO-System
  • Spanien / Via-T
  • A4 in Polen (Strecke zwischen Krakau und Katowice)

Ps. Bald wohl (hören/sagen, also Halbwissen) auch die Tschechei.

Und was kostet der Service der UTA?

Bleibt gern, per Kommentar und der Beitragsfolgefunktion, dabei – ich werde nach meinen ersten Abrechnungen genauer berichten. Entsprechende Rabatte sollen möglich sein, hier fehlt mir jedoch noch jegliche Kennung. In Summe ist mir der Punkt auch gar nicht SO WICHTIG. Service kostet und spart mir Zeit, vor allem aber auch Nerven … 😉
Hier schon mal die fixen Kosten der Mautbox:

Kosten der UTA Mautbox
Kosten der UTA Mautbox, Quelle: UTA.com

Hier noch alle Infos der UTA.

Auch von Aral

Auch Aral bietet eine EETS-Mautboxlösung. Leider wohl auch nur für Gewerbetreibende.

PS. Kennt jemand eine entsprechende Lösung für Nichtselbständige?

10 Kommentare

  1. Hallo René,

    das ist ja mal eine super Geschichte! Wenn´s funktioniert habe ich künftig einen Aufreger weniger. Danke

    LG Wolfgang

  2. Hallo René,

    schöner Beitrag ! Darüber habe ich noch garnicht nachgedacht.

    Hier in Deutschland muss ich mich aber erstmal bis 7,5 t nicht um die Maut kümmern, aber bei der nächsten Fahrt zum Gardasee muss ich mich vorher schlau machen.

    Hast Du auch einen digitalen Tachographen drin?

    Liebe Grüße Kay

  3. Hi Kay. Na klar, hatte ich anfangs auch nicht auf dem Schirm. Dachte, so prall wird das schon nicht sein … 🙂 Bis ich mal eben schnell nach Ö, dann nach CZ wollte … 🙂

    Den digitalen Tachographen habe ich nicht. Muss jetzt erst mal googeln, was der überhaupt tut …
    Von drauzzen, René

  4. Hi René,

    das Ding hieß oder heißt auch Fahrtenschreiber, um Ruhezeiten, Arbeitszeiten und Fahrzeiten zu dokumentieren.

    Gewerblich über 3,5 t leider Pflicht, Ausnahme Handwerkerregelung im Umkreis von 100 km. Da bin ich aber erst durch Deinen Beitrag drauf gekommen. Hatte ich vorher auch nicht dran gedacht.
    Das Thema ist aber selbst für die zuständigen Stellen schwierig. Ich habe beim TÜV Nord und BAG Münster angerufen und diese haben mich dann an die Bezirksregierung Düsseldorf verwiesen, da diese über Verstöße entscheidet.
    Dort war man tatsächlich der Meinung, das jedes Wohnmobil über 3,5 t (auch Privat) einen Fahrtenschreiber braucht um Aufzeichnungen zu machen. Nur die Fahrerkarte braucht man erst wenn es gewerblich genutzt wird.
    Hymer sagt mir, das ist totaler Blödsinn bei privat genutzten Wohnmobilen.
    Also nur Halbwissen bei den Behörden!

    Mein Verkäufer hat sich im Vertrieb erkundigt ob eine Vorrüstung von Seiten Hymer’s bestellbar ist. Gibt es nicht.
    Mercedes sagt mir, die muss aber verbaut sein, sonst wird es schwierig den nach zu rüsten.

    Ruhezeiten könnte man wenigstens schön gemütlich im ML-T verbringen 🙂

    Liebe Grüße Kay

  5. Hallo Kay. Habe ich so noch NIE gehört. Das Auto ist zwar ein LKW in Sachen Gewicht. Hat aber eine Sonderzulassung als Wohnmobil, da gibt es keinen Fahrtenschreiber. Meines Wissens. 🙂 Viele Grüße, René

  6. Ganz vergessen … Meine Erfahrung nach über 6000 km mit der UTA-one-Mautbox.
    Kurz gesagt – lässiger Service. Am Telefon irre kompetent und freundlich. Die Abrechnungen übersichtlich und einigermaßen nachvollziehbar. Astrein ist‘s drauzzen.
    In Frankreich öffnen die Schranken automatisch, in Portugal/Spanien signalisiert das Piepen die Buchung. Die Box selbst zeigt das unterstützte Land mit der grünen LED an. Nicht unterstützte Länder rot.

  7. Moin!

    Nur mal so als Hinweis, wer mehr in Skandinavien unterwegs ist, sollte sich vielleicht mal https://easygo.com/de anschauen. Das gibts auch für privat genutzte Wohnmobile. Bin ich gerade drüber gestolpert, weil ich asap nach Norwegen will 😉 also, sobald es wieder möglich ist. Will sagen, ich hab da (noch) keine eigenen Erfahrungen mit.

    BTW, ich hab einen ML-T 570 4×4 von diesem Jahr und kann Dir nur zustimmen, was die Qualität angeht. Hab zwar erst ca. 4K km drauf, bin aber sehr zufrieden mit dem Wägelchen.

    Viele Grüße

    Mitch

  8. Hi Mitch. Danke für den Tipp. Gute Reise. Ja, hoffen wir, dass es bald/schnell wieder möglich ist …
    Gute Reise, drauzzen!
    René

  9. Ich war letztes Jahr voll dran mit der UTA Box.
    Mensch wäre das herrlich.Habe dann einfach keinen Weg gefunden die Box zu beschaffen weil ich nicht selbstständig bin.
    Warum ändern die diesen Zopf nicht?Könnte ja auf Vorauszahlung oder direkt mit einem Kontogekoppelt sein.
    Ich warte jetzt einmal ab bis es eine Box für Private mit einem >3,5To. Wohnmobil gibt.

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